Sprungziele
Hauptmenü
Seiteninhalt

Hausärztliche Versorgung

Gesundheitsregion Schaumburg bündelt Kräfte um hausärztliche Versorgung langfristig sicherzustellen

Probleme bei der Suche nach einem Hausarzt, volle Wartezimmer, lange Anfahrtswege – Zukunftsszenario oder bereits heute Realität? Fest steht: Es gibt freie Hausarztsitze in Schaumburg und für einige Bürgerinnen und Bürger ist das sicherlich spürbar. Für Praxisinhaberinnen und -inhaber wird es außerdem immer schwerer, ihre Praxis weiterzugeben und Partner:innen zu gewinnen. Wie können Hausärztinnen und Hausärzte für unsere Region gewonnen werden? Dies ist eine der Fragen, zu der die Gesundheitsregion tragfähige Lösungen sucht. Die regionale Arbeitsgruppe "Hausärztliche Versorgung" hat ein gemeinsames Ziel: Die hausärztliche Versorgung sicherstellen.

Was bieten wir Medizinstudierenden und Ärzt*innen?

  • gut koordinierte Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin
  • persönlichen Kontakt zu Weiterbildungsstätten unterschiedlicher Fachdisziplinen
  • Praktisches Jahr, Famulaturen, Praktika und Hospitationen bei niedergelassenen Lehrärzt:innen und in Kliniken
  • Landpartie für MHH-Studierende: finanzielle Förderung 
  • Einbindung in regionales Ärztenetzwerk und Mentoring 
  • Niederlassungsmöglichkeiten
  • Angestelltenverhältnisse (MVZ, Klinik, Praxis, Öffentlicher Gesundheitsdienst)
 

Landpartie für Medizinstudierende der MHH

Die Landpartie ist ein Programm, das in Kooperation mit dem Institut für Allgemeinmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover, den Lehrpraxen in der Region und dem Landkreis Hameln-Pyrmont durchgeführt wird. Die Landpartie findet dreimal jährlich mit durchschnittlich vier Studierenden statt. Sie soll den Studierenden einen umfassenden Einblick in die Aufgaben und Tätigkeiten in Hausarztpraxen auf dem Land geben. Seit Februar 2019 konnten bislang 16 "Landpartien" mit insgesamt 65 Studierenden (Stand Jan. 2025) durchgeführt werden. Der Aufbau und die Betreuung des Projektnetzwerks sowie die Organisation des Begleitprogramms und der Unterkunft der Studierenden für den Zeitraum der Landpartie liegen bei den beiden Gesundheitsregionen. Das Institut für Allgemeinmedizin der MHH schult und unterstützt die Lehrarztpraxen und übernimmt die inhaltliche Begleitung der Studierenden.

Ziele

  • Medizinstudierende erhalten in einem vollumfänglich organisierten Praktikum einen umfassenden Einblick in die Tätigkeit als Allgemeinmediziner:in in ländlich geprägten Regionen
  • Medizinstudierende lernen die Region als attraktiven, lebenswerten Arbeits- und Wohnort kennen
  • Sicherstellung und Ausbau der ärztlichen Versorgung in den Landkreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont
  • Bindung potentieller Nachwuchsmediziner:innen an die Region

Beteiligte Lehrpraxen im Landkreis Schaumburg

 

Netzwerk zur Stärkung der hausärztlichen Versorgung im Landkreis Schaumburg

Der Landkreis Schaumburg hat mit der „AG Hausärztliche Versorgung“ der Gesundheitsregion Schaumburg ein Netzwerk für im Landkreis tätige Hausärztinnen und Hausärzte aufgebaut. Ziel ist die Unterstützung der Hausärzteschaft und die Sicherstellung der medizinischen Versorgung vor Ort durch

  • Vernetzung der Hausärzt:innen untereinander
  • Unterstützung einer sektorenverbindenden Versorgung im Sinne einer guten Patientenversorgung
  • Unterstützung besserer sektorenverbindenden Kommunikationskonzepte (z.B. zwischen Hausärzt:innen und Klinikum)
  • Förderung des regelmäßigen Austausch zu aktuellen, relevanten Themen
  • Stärkung der Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin
  • gemeinsame Initiierung von Projekten, z. B. Qualifizierung im hausärztlichen Bereich

Ziele

  1. Unterstützung der Hausärztinnen und Hausärzte im Landkreis Schaumburg
  2. Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung und einer guten hausärztlichen Versorgungsqualität im Landkreis Schaumburg
  3. Netzwerk-/ Kommunikationsstärkung zwischen niedergelassenen Ärzt*innen und anderen an der Versorgung beteiligten Akteuren
  4. Unterstützung einer sektorenüberschreitenden Versorgung im Sinne einer guten Patientenversorgung
  5. Praxisorientierte Bedarfsdeckung durch gezielte Themen (z. B. Weiterbildung, Bereitschaftsdienst)
  6. Initiierung gemeinsamer Projekte zur Verbesserung der Versorgung im ländlichen Raum

Seit November 2023 finden regelmäßig Netzwerktreffen für niedergelassene Ärzt*innen im Landkreis Schaumburg statt. Zudem wurde zu Anfang des Projekts eine Online-Befragung durchgeführt, um die Wünsche und Bedarfe der Hausärzteschaft zu ermitteln.

1. Netzwerktreffen für Hausärztinnen und Hausärzte im Landkreis Schaumburg - Auftakt: Verbundweiterbildung am 22.11.2023

Am 22. November 2023 organisierte die Arbeitsgruppe der Gesundheitsregion ein erstes Netzwerktreffen für Hausärztinnen und Hausärzte. Inhaltlicher Schwerpunkt bildete die Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin für Schaumburg sowie die neue Weiterbildungsordnung, mit der viele Neuerungen einhergehen. Frau Dr. Dagmar John, AG-Mitglied und Koordinatorin der Verbundweiterbildung seitens des Agaplesion Klinikums Schaumburg, zeigte sich begeistert über den großen Zuspruch der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte: „Ich freue mich, Sie hier heute so zahlreich begrüßen zu dürfen. Mir ist es ein besonderes Anliegen, die Vernetzung der Klinikärzte und der niedergelassenen Ärzte zu stärken, damit wir für die Verbundweiterbildung eine Einheit bilden.“ Vorträge der Ärztekammer, der KV sowie dem Kompetenzzentrum zur Förderung Allgemeinmedizin Niedersachsen (KANN) konnten zu mehr Klarheit neuer Strukturen beitragen und informierten über Unterstützungsmöglichkeiten. Zudem diente die Veranstaltung als Auftakt zum Aufbau eines Netzwerks für Hausärztinnen und Hausärzte im Landkreis Schaumburg.

Am ersten Netzwerktreffen nahmen 30 Personen (fast ausschließlich Hausärztinnen und Hausärzte) teil.

Befragung der Hausärztinnen und Hausärzte - Impulse für die weitere Arbeit (11/2023 - 02/2024)

An der Online-Befragung zu Anliegen und Unterstützungsbedarfen nahmen 30 (29%) der niedergelassenen Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner teil. Die AG "Hausärztliche Versorgung" zog wichtige Erkenntnisse aus der Befragung. U.a. wurde daraus das Thema des zweiten Netzwerktreffens abgeleitet.

2. Netzwerktreffen für Hausärztinnen und Hausärzte im Landkreis Schaumburg „Ambulant und stationär – gemeinsam gut versorgen“ am 29.05.2024

Beim zweiten Netzwerktreffen stand der Austausch zwischen Haus- und Klinikärzten im Vordergrund, um Einweisungs- und Entlassmanagement im Sinne einer guten Patientenversorgung zu verbessern. Konkrete Maßnahmen wurden formuliert und nach dem Treffen weiter bearbeitet. Ergriffene Maßnahmen seitens des Klinikums sind bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten auf Zuspruch gestoßen und haben bereits zur Verbesserung der Versorgung geführt.

Am zweiten Netzwerktreffen nahmen 43 Personen (überwiegend Hausärzteschaft und Chefärztinnen und -ärzte aus dem Klinikum) teil.

3. Netzwerktreffen für Ärztinnen und Ärzte im Landkreis Schaumburg am 26.03.2025

Im Fokus des dritten Netzwerktreffens stand die Bereitschaftsdienstreform (Fahrdienst). Dazu wurden neben Klinik- und Hausärzten auch niedergelassene Fachärzte anderer Fachdisziplinen eingeladen. Die KVN beschrieb die geplanten Maßnahmen. Weitere Aspekte des Netzwerktreffens waren die Ambulanzen im Klinikum; Zugänge und Ansprechpersonen konnten geklärt werden. Ein erstes Fazit zur Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und Klinikum (Bestrebungen aus dem zweiten Netzwerktreffen) fiel positiv aus.

Am dritten Netzwerktreffen nahmen 70 Personen (überwiegend Hausärzteschaft und Chefärztinnen und -ärzte aus dem Klinikum) teil.

4. Netzwerktreffen für Ärztinnen und Ärzte im Landkreis Schaumburg am 12.11.2025

ist in Planung

 

Stärkung der Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin

„Die Stärkung der Verbundweiterbildung ist eine vielversprechende Maßnahme, um in den nächsten Jahren Versorgungslücken zu schließen und Praxisübernahmen zu realisieren“, so Dr. Andreas Streller, Arbeitsgruppenmitglied und weiterbildender Hausarzt. Die koordinierende Woman- und Manpower für eine gut organisierte Verbundweiterbildung in Schaumburg ist vorhanden: Dr. Dagmar John, Chefärztin im Klinikum Schaumburg, koordiniert den Teil der Weiterbildung, der im Klinikum abgeleistet werden kann. Ergänzend dazu unterstützt u.a. Hausarzt Dr. Andreas Streller aus Bückeburg den Teil der Weiterbildung, in der die Ärztinnen und Ärzte in einer Hausarztpraxis tätig werden. Beim ersten Netzwerktreffen wurde über die neue Weiterbildungsordnung informiert. Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit werden beitragen, um auf das Angebot in Schaumburg aufmerksam zu machen. U.a. ist Schaumburg in der Broschüre “wir brauchen dich. Werde Ärztin oder Arzt in Niedersachsen.“ vertreten, in dem Unterstützungsangebote der Gesundheitsregionen Niedersachsen für Medizinstudierende und Ärzt:innen präsentiert werden.


Praxis in Sicht

Praxis in Sicht war ein gemeinsames Projekt der Gesundheitsregionen Hameln-Pyrmont und Schaumburg. Das Ziel war es, ein Kooperationsnetzwerk aufzubauen, in dem Akteurinnen und Akteure verschiedener Gesundheitsberufe und angrenzender Professionen vertreten sind. Das Netzwerk sollte eine Plattform bieten, um gemeinsame Fragestellungen zu diskutieren, Lösungsansätze zu entwickeln und bedarfsorientierte Angebote umzusetzen.

Hintergrund

Insbesondere im ländlichen Raum ist ein kontinuierlicher Rückgang der niedergelassenen Hausärzteschaft zu verzeichnen. In Schaumburg sind bereits mehrere Arztsitze unbesetzt. Hinzu kommt das hohe Durchschnittsalter der Allgemeinmediziner/innen, weshalb in den kommenden Jahren immer mehr Ärztinnen und Ärzte aus dem Berufsleben ausscheiden werden. Weiterhin hat der Beruf des Landarztes oft ein negatives Image – unterstellt werden fachliche Eintönigkeit oder eine wirtschaftlich hohe Verantwortung. Bei den jungen Medizinstudierenden verändern sich auch die Wünsche hinsichtlich ihres späteren Arbeitslebens, beispielsweise wird eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder ein geringes wirtschaftliches Risiko als wichtig erachtet.

Um frühzeitig einer drohenden Unterversorgung vorzubeugen, haben die Landkreise Schaumburg und Hameln-Pyrmont die Initiative ergriffen, um gemeinsam Lösungen und Maßnahmen zu entwickeln. Grundlage für das Projekt stellt eine Analyse bezüglich der ärztlichen Versorgung in beiden Landkreisen dar, welche im Rahmen des Projekts Urban Rural Solutions durchgeführt wurde. Diese beinhaltet bereits erste Lösungsansätze, woraus die Bildung eines Netzwerks und die Implementierung einer studentischen "Landpartie" resultieren.

Projektinhalte

Nach und nach wurde ein berufsübergreifendes Projektnetzwerk aufgebaut. Dies soll Mediziner/innen jeder Altersstruktur einbinden – vom Berufswunsch nach dem Abitur bis hin zum Austritt aus dem Berufsleben.

Ein Baustein ist die Durchführung der Landpartie für Medizinstudierende in den beiden Landkreisen. Die Landpartie erfolgt in Kooperation mit dem Institut für Allgemeinmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und den Lehrarztpraxen in der Region. Sie soll den Studierenden einen umfassenden Einblick in die Aufgaben und Tätigkeiten in Hausarztpraxen auf dem Land geben. Seit Februar 2019 konnten bislang 10 "Landpartien" mit insgesamt 43 Studierenden durchgeführt werden. Der Aufbau und die Betreuung des Projektnetzwerks sowie die Organisation des Begleitprogramms und der Unterkunft der Studierenden für den Zeitraum der Landpartie liegen bei den beiden Gesundheitsregionen. Das Institut für Allgemeinmedizin der MHH schult und unterstützt die Lehrarztpraxen und übernimmt die inhaltliche Begleitung der Studierenden.

Ein Einblick bietet dieser

Zur Ermittlung weiterer bedarfsorientierter Ansätze diente eine von der Hochschule Weserbergland (HSW) durchgeführte Zufriedenheitsanalyse von niedergelassenen Hausärztinnen und -ärzten in den Landkreisen Schaumburg und Hameln-Pyrmont. Die Ergebnisse zeigen, dass die hausärztlich tätigen Medizinerinnen und Mediziner in beiden Landkreisen sehr zufrieden mit ihrer Arbeit, dem Aufgabenspektrum und den lokalen Bedingungen sind. Jedoch gibt es auch Kritikpunkte, wie beispielsweise die langen und unflexiblen Arbeitszeiten, der hohe Bürokratieaufwand oder die weniger gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Auf Grundlage der Ergebnisse der Zufriedenheitsanalyse und der daraus abgeleiteten Handlungsempfehlungen sollen zukünftig weitere Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden.