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Kraftfahrzeugkennzeichen Zuteilung Kurzzeit

Fahrzeuge, die nicht zugelassen sind, dürfen auf öffentlichen Straßen mit einem Kurzzeitkennzeichen in Betrieb gesetzt werden

Wenn Sie eine Probefahrt zur Prüfung der Gebrauchsfähigkeit oder eine Überführungsfahrt mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug innerhalb der Bundesrepublik Deutschland durchführen wollen, benötigen Sie dazu ein Kurzzeitkennzeichen (bis 1998: "rotes Kennzeichen") zur einmaligen Verwendung.

An wen muss ich mich wenden?

Die Zuständigkeit liegt beim Landkreis und bei der kreisfreien Stadt, in dem/der Sie Ihren Wohnsitz haben bzw. bei der für den Standort des Fahrzeuges zuständigen Stelle.

Dabei ist der Hauptwohnsitz entsprechend dem Personalausweis entscheidend. Bei juristischen Personen ist dies der Sitz der Hauptniederlassung oder der Sitz der Zweigniederlassung.

Voraussetzungen

Ein Fahrzeug darf, wenn es nicht zugelassen ist, zu Probe- oder Überführungsfahrten in Betrieb gesetzt werden, wenn

  • es einem genehmigten Typ entspricht oder eine Einzelgenehmigung erteilt ist,
  • gültige Nachweise über eine bestandene Hauptuntersuchung , soweit diese nach § 29 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StZO) erforderlich sind, vorliegen,
  • eine dem Pflichtversicherungsgesetz entsprechende Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung besteht,
  • es ein Kurzzeitkennzeichen führt.

Welche Unterlagen werden benötigt?

  • Gültiger Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung der Fahrzeughalterin / des Fahrzeughalters, die nicht älter als 3 Monate ist
  • Zulassungsbescheinigung Teil I und II oder
    • ausländische Fahrzeugdokumente oder
    • Betriebserlaubnis oder
    • - EG-Übereinstimmungsbescheinigung (Certificate of Conformity; nur bei Neufahrzeugen) oder 
    • Gutachten gemäß § 21 StVZO oder § 13 EG-FGV (Die Vorlage von Kopien der oben genannten Dokumente wird akzeptiert)
  • elektronische Versicherungsbestätigung (eVB) nach § 23 FZV mit dem Vermerk "Kurzzeitkennzeichen"

bei Erledigung durch Dritte zusätzlich

  • formlose, schriftliche Vollmacht der antragstellenden Person und Personalausweis derjenigen Person, für die das Kurzzeitkennzeichen ausgegeben werden soll.


bei Firmen zusätzlich

  • Auszug aus dem Gewerbe- bzw. Handelsregister
  • die Ausweispapiere der verantwortlichen, unterschriftsberechtigten Person (Geschäftsführerin/Geschäftsführer, Prokuristin/Prokurist) sowie deren Vollmacht


für Gesellschaften des bürgerlichen Rechts zusätzlich

  • komplette Übersicht der Gesellschafterinnen/Gesellschafter – in der Regel Gesellschaftervertrag
  • Vollmacht und Erklärung, auf welche natürliche Person die Zulassung erfolgen soll – von allen Gesellschafterinnen/Gesellschaftern durch Unterschrift bestätigt


bei Vereinen zusätzlich

  • Vereinsregisterauszug
  • Ausweis der verantwortlichen, unterschriftsberechtigten Person (Vorstand) sowie deren Vollmacht


bei minderjährigen Fahrzeughalterinnen/Fahrzeughaltern zusätzlich

  • Einverständniserklärung und Unterschrift der Erziehungsberechtigten
  • deren Ausweise

Welche Gebühren fallen an?

Nach der Gebührenordnung für Maßnahmen im Straßenverkehr entstehen Gebühren in Höhe ab 13,10 Euro.

Rechtsgrundlage

Was sollte ich noch wissen?

Seit dem 01.04.2015 gibt es neue Bestimmungen für die Erteilung von Kurzzeitkennzeichen.
Diese wurden zum 01.10.2017 nochmals angepasst.

Die Gültigkeitsdauer eines Kurzzeitkennzeichens beträgt maximal 5 Tage. Auf dem Kennzeichen ist das Ablaufdatum der Gültigkeit eingeprägt (gelbes Feld auf der rechten Seite des Kennzeichens), jedoch nicht der Beginn der Gültigkeit.
Eine Vordatierung (also ein Beginn-Datum in der Zukunft) ist deshalb nicht möglich, sondern beginnt immer mit dem Tag der Ausstellung.
Ein Kurzzeitkennzeichen erhalten Sie bei

  • der Kfz-Zulassungsbehörde Ihres Hauptwohnsitzes oder
  • der Kfz-Zulassungsbehörde, in der sich der momentane Standort des Fahrzeuges befindet. Dies muss in geeigneter Weise nachgewiesen werden (zum Beispiel durch Kaufvertrag).


Das Fahrzeug entspricht nicht einem genehmigten Typ oder eine Einzelgenehmigung ist (noch) nicht erteilt?

Dann dürfen nur Fahrten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erlangung einer neuen Betriebserlaubnis stehen (Durchführung einer "Neuabnahme" gemäß § 21 StVZO bei einer technischen Prüfstelle (TP) oder eine Abnahme nach § 13 EG-FGV bei der TP oder Überwachungsorganisation) durchgeführt werden. Diese Fahrten sind außerdem örtlich beschränkt auf den Bezirk der Zulassungsbehörde, die für den derzeitigen Standort des Fahrzeugs zuständig ist. Das heißt, in diesem Fall können Sie das Fahrzeug nur in dem Zulassungsbezirk oder dort angrenzenden Zulassungsbezirk bewegen, in dem sich das Fahrzeug zurzeit befindet.
Diese Einschränkung wird von der Zulassungsbehörde im Kurzzeitkennzeichen-Fahrzeugschein eingetragen.

Nachweis einer gültigen Hauptuntersuchung (ergibt sich evtl. aus der Zulassungsbescheinigung Teil I, sonst ist der letzte HU-Prüfbericht vorzulegen)

  • Die Ausgabe eines Kurzzeitkennzeichens ohne gültige HU ist unter folgenden Einschränkungen möglich:
  • Die Verwendung ist zunächst nur auf Fahrten zur Durchführung der HU zur HU-Prüfstelle beschränkt. Wird dem Fahrzeug dabei keine Mängelfreiheit bescheinigt, sind auch Fahrten zur Reparatur der festgestellten Mängel in einer geeigneten Einrichtung (zum Beispiel Werkstatt) möglich.


Für Fahrzeuge, die als verkehrsunsicher eingestuft wurden, gilt diese Ausnahme nicht.

  • Diese Fahrten sind zudem örtlich beschränkt auf den Bezirk der Zulassungsbehörde, in dem das Fahrzeug derzeit seinen Standort hat, und direkt angrenzenden Zulassungsbezirke.
  • Die Einschränkung wird von der Zulassungsbehörde im Fahrzeugschein für Kurzzeitkennzeichen eingetragen. Nach erfolgreicher Durchführung der HU ist unter Mitführung des HU-Berichts diese Beschränkung nicht mehr wirksam, so dass bis zum Ablauf des Gültigkeitszeitraumes auch Fahrten außerhalb des Zulassungsbezirks genehmigt sind (zum Beispiel Überführung).


Kaufvertrag/Rechnung
: nur erforderlich, wenn der Antragsteller keinen Hauptwohnsitz in Schaumburg hat, das Fahrzeug sich zum Zeitpunkt aber im Zulassungsbezirk befindet (gekauft wurde), kein Kennzeichen aus diesem Zulassungsbezirk hat und von hier überführt werden soll.

Bitte beachten Sie, dass das Fahrzeug, für welches Sie das Kurzzeitkennzeichen benötigen, abgemeldet sein muss!

Verwendung im Ausland:
Im Gegensatz zu einem Ausfuhrkennzeichen ist die Verwendung eines Kurzzeitkennzeichens im Ausland nur möglich, wenn der ausländische Staat die Verwendung zulässt oder duldet. Hierzu hat es in der Vergangenheit immer wieder Veränderungen gegeben.
Wir empfehlen, sich vorher darüber zu informieren. Informationen finden Sie zum Beispiel im Internet (zum Beispiel beim ADAC).
Zur Überführung und endgültigen Verbringung ins Ausland empfehlen wir die Verwendung eines Ausfuhrkennzeichens.