Was wird untersucht?

Parameter Grenzwert (GW) Bemerkung
Escherichia Coli 1.800 /100 ml Bei GW-Überschreitung: Badeverbot
Intestinale Enterokokken 700 / 100 ml Bei GW-Überschreitung: Badeverbot
pH-Wert kein GW Orientierungswert 6 - 9
Transparenz / Sichttiefe kein GW Orientierungswert >1m
Cyanobakterien (Blaualgen) dürfen nicht massenhaft auftreten Untersuchung nur im Bedarfsfall
Temperatur kein GW  

 

Badedermatitis

Unabhängig von den vorgenannten Parametern kann das Badevergnügen durch die "Bade- oder Zerkariendermatitis" beeinträchtigt werden.

Die Zerkarien- oder Badedermatitis ist eine in der Regel unkompliziert verlaufende Hauterkrankung. Die anfänglich mückenstichartige Lokalreaktion der Haut führt bei weiterem Befall zur Bildung von roten Flecken und Quaddeln mit einhergehendem Juckreiz. Zerkarienbefall ist für den Menschen ungefährlich aber wegen des starken Juckreizes unangenehm. Gewöhnlich klingen die Symptome nach einigen Tagen wieder folgenlos ab.

Die Badedermatitis wird durch im Wasser schwimmende Zerkarien hervorgerufen. Zerkarien sind die Larven von Saugwürmern, die im Darm von Wasservögeln parasitieren.

Mit dem Kot der Vögel gelangen die Wurmeier ins Wasser, wo sie im Uferbereich die dort lebenden Süßwasserschnecken (Zwischenwirt) aufsuchen. In den Schnecken entwickeln sich dann sehr zahlreich Zerkarien. Diese werden bei Wassertemperaturen über 24° C, hauptsächlich in den Monaten Juni bis September, ins Wasser entlassen. Sie steuern den Menschen als Fehlwirt irrtümlich an. Die Zerkarien dringen in die Haut des Menschen ein, sterben hier jedoch ab und verursachen die beschriebenen Hautreizungen.

Das Auftreten von Zerkarien steht in keinem Zusammenhang mit der hygienischen Wasserqualität der Seen.

  • Prophylaxe
    • Füttern Sie keine Enten, hiermit wird der Parasitenbefall erhöht!
    • Meiden Sie wasserpflanzenreiche Uferzonen!
    • Verwenden Sie wasserfeste Sonnenschutzmittel!
    • Nach dem Baden kräftig abfrottieren, so werden nicht vollständig in die Haut eingedrungene Zerkarien entfernt.
    • Nicht kratzen - Sekundärinfektion verhindern!
  • Therapie
    • Auftragen von kühlenden Lotionen oder Gel
    • Bäder mit juckreizstillenden Badezusätzen
    • Bei Sekundärinfektionen wird ärztliche Behandlung empfohlen

Das Gesundheitsamt führt keine Untersuchungen auf Zerkarien durch. Diese sind gemäß den Vorgaben der EU-Richtlinie nicht vorgesehen. Falls nach dem Baden Hautreizungen oder Quaddeln auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht sowie das Gesundheitsamt informiert werden.

Escherichia coli

Escherichia coli (E. coli) ist eine Bakterienart, die als physiologische Darmflora bei Mensch und Tier vorkommt. Das Vorkommen von E. coli im Wasser zeigt eine fäkale Verunreinigung an.

Intestinale Enterokokken

Intestinale Enterokokken sind mikrobielle Indikatoren, die zusammen mit Krankheitserregern in Gewässer gelangen können.

pH-Wert

Der pH-Wert ist das Maß für den sauren oder basischen Charakter einer Lösung (0- 7 = sauer, 7 = neutral, 7 - 14 = basisch). Der pH-Wert liefert auch Angaben über die Wasserqualität. Er hat jedoch keine unmittelbare gesundheitliche Bedeutung in natürlichen Badegewässern.

Transparenz / Sichttiefe

Die Transparenz ist ein wichtiges ästhetisches und für die Sicherheit wichtiges Merkmal von Badegewässern. Sie kann durch natürliche Umstände oder durch Verschmutzungen beeinträchtigt werden. Eine verminderte Transparenz kann Konsequenzen z. B. für die Rettung verunglückter Personen haben, andererseits ist der Wert in vielen Gewässern bereits aus natürlichen Gründen (z. B. Moorwasser) beeinträchtigt.

Cyanobakterien (Blaualgen)

Im Sommer neigen manche Badegewässer zur Massenentwicklung von „Blaualgen". In der Natur sieht das jedoch nicht blau, sondern intensiv grün aus. Eigentlich handelt es sich dabei auch nicht um Algen, sondern um Bakterien - die Cyanobakterien. Teilweise entstehen sogar teppichartige Beläge an der Wasseroberfläche und am Ufer.

Bestimmte Cyanobakterien bilden Giftstoffe, so genannte Toxine, die bei den Badenden durch Verschlucken oder durch langen Hautkontakt Gesundheitsstörungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Fieber, Hautreizungen und allergische Reaktionen hervorrufen können. Besonders gefährdet sind Kleinkinder und Kinder, die beim Planschen und Spielen in Ufernähe viel Wasser schlucken.

Falls Sie an einer Badestelle eine intensive Grünfärbung des Wassers, verbunden mit einer Minderung der Sichttiefe oder gar einem Algenteppich in Ufernähe beobachten, sollten Sie aus Vorsorgegründen auf das Baden verzichten. Lassen Sie dann auch ihre Kinder nicht mehr baden oder am Ufersaum spielen.

Die neue EU-Richtlinie sieht vor, dass die Badegewässer im Bedarfsfall auf Cyanobakterien (Blaualgen) zu untersuchen sind. Bei Feststellung oder Vermutung einer Gefährdung der Gesundheit ordnet das Gesundheitsamt unverzüglich angemessene Maßnahmen einschließlich der Information der Öffentlichkeit an.