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Bremsenfallen: Kaum Wirkung - aber eine große Gefahr für alle Insekten
Landkreis rät zum generellen Verzicht
Verständlicherweise werden seit einigen Jahren insbesondere von Pferdehalterinnen und Pferdehaltern vermehrt sogenannte „Bremsenfallen“ auf den Weiden und im Offenstall eingesetzt. Die Fallen locken durch einen aufgeheizten schwarzen Gummiball Insekten an, die dann über einen Trichter in ein Fanggefäß geleitet werden und dort verenden.
Aktuelle Studien zeigen jedoch, dass die Fallen nur wenig bis gar nicht von den für Pferde und andere Weidetiere so unangenehm stechenden Bremsen angeflogen werden. Vielmehr werden bis zu 98,5 % andere Insektenarten, darunter auch besonders geschützte Tiere wie z.B. Schmetterlinge oder Wildbienen gefangen. Weiterhin wurde festgestellt, dass sich die Entfernung der Tiere zur Falle und die Anzahl der Tiere auf der Weide ebenfalls darauf auswirkt, ob die Bremsen überhaupt die Falle annehmen. Je weiter der Abstand zur Falle und je mehr Tiere auf der Weide, desto unwahrscheinlicher wird es, dass eine Bremse überhaupt zur Falle fliegt.
Zum Schutz der Insekten und der mit ihrer Existenz einhergehenden Artenvielfalt hat das niedersächsische Umweltministerium den Einsatz solcher Fallen eingeschränkt. Demnach dürfen keine Bremsenfallen in oder in der Nähe von Naturschutzgebieten, FFH- Gebieten und gesetzlich geschützten Biotopen aufgestellt werden. Der Landkreis weist daher auf die Beachtung und Einhaltung dieser Vorgaben hin.
Noch besser wäre es, ganz auf diesen vermeidbaren Beitrag zum Insektensterben zu verzichten und nach sinnvollen Alternativen zu suchen. Die Weidetiere können beispielsweise direkt durch Decken und Fliegenmasken oder Fliegenspray geschützt werden. Vielleicht kann die Beweidungszeit angepasst werden. Bremsen sind zumeist an besonders heißen und windstillen Tagen aktiv. Hier bietet sich ein Weidegang am Morgen, Abend oder in der Nacht an. Außerdem kann eine gezielte Förderung von Nützlingen zu einer effektiven Reduktion von Bremsen beitragen. Libellen, Vögel und andere Insektenfresser können die Bremsenpopulation regulieren, wenn sie geeignete Lebensräume wie z.B. Baum- und Heckenstrukturen vorfinden.
Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Schaumburg rät dringend dazu, ganz auf den Einsatz von Bremsenfallen zu verzichten und stattdessen auf nachhaltige Alternativen zurückzugreifen. So lässt sich der Schutz von Mensch und Tier langfristig mit dem Erhalt der heimischen Insektenvielfalt in Einklang bringen.