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Kreisforstamt

Herzlich Willkommen im Kreisforstamt Spießingshol -

einzigartig in Niedersachsen!

Das Kreisforstamt ist innerhalb der Landkreisverwaltung zuständig für die Bewirtschaftung unserer eigenen, kommunalen Waldflächen – dem gemeinsamen Waldbesitz aller Schaumburger Bürgerinnen und Bürger.

Innerhalb Niedersachsens ist unser Kreisforstamt damit im wahrsten Sinne einzigartig, denn von den 37 Landkreisen verfügt nur der Landkreis Schaumburg über ein eigenes Forstamt. Mit seiner Gesamtbetriebsfläche von rund 3.400 Hektar ist das Kreisforstamt damit zugleich der größte kommunale Forstbetrieb unseres Landes.

Der zentrale Sitz des Forstamtes befindet sich innerhalb der Hauptverwaltung an der Jahnstraße in Stadthagen.

Daneben verfügt das Forstamt über zwei Außenstellen in Form seiner beiden Revierförstereien:


Weitere Außenstellen des Forstbetriebes sind daneben der: 


Übrigens: Seinen Namen "Spießingshol" verdankt unser Schaumburger Kreisforstamt einer ehemaligen Oberförsterei gleichen Namens im Schaumburger Wald bei Wölpinghausen. Die hier beheimateten "Spießingsholer Eichen" sind aufgrund ihrer besonderen Qualität bereits im 19. Jahrhundert zu einem festen Begriff in der deutschen Forst- und Holzwirtschaft geworden. Auch mit der Weiterführung dieses traditionellen Namens bewahrt sich im Kreisforstamt ein besonderes Erbe.

Seit 2016 wird auch das kreiseigene Jugend-, Bildung,- Freizeit -Centrum (JBF-Centrum) auf dem Bückeberg durch das Kreisforstamt verwaltet.

Förstereien / Einrichtungen

Kreisrevierförsterei Brandshof

Leitung Herr Bodenstab

Waldstraße 25
31655 Stadthagen

05721 3579
05721 8904448
E-Mail schreiben


Kreisrevierförsterei Pollhagen/Hagenburg im Schaumburger Wald

Leitung Herr Fitzner

Natenhöher Straße 60
31718 Pollhagen

05721 72957
05721 890781
E-Mail schreiben


Jugendzeltplatz am Forsthaus Halt

Ansprechpartnerin Frau Krause

Wormstaler Weg
Ortsteil Hörkamp-Langenbruch
31655 Stadthagen

05721 703-185
E-Mail schreiben
05721 703-111


Jugend-, Bildungs- und Freizeit-Centrum (JBFC)

Leitung Herr Moos

Auf dem Bückeberg 2
31683 Obernkirchen

05724 1553
05724 2812
E-Mail schreiben

Naturgemäße Waldwirtschaft – multifunktional und bürgernah

Wie auch die Betrachtung nur einzelner Bäume kein umfassendes Bild eines Waldes ergibt, müssen im Rahmen einer modernen, an den unterschiedlichsten Bedürfnissen der Gesellschaft orientierten Waldbewirtschaftung, die verschiedensten Waldfunktionen gemeinsam betrachtet werden.

Auf dem Fundament der Nachhaltigkeit verfolgt das Kreisforstamt über die naturgemäße Waldbewirtschaftung das Ziel, den kommunalen Waldbesitz so zu bewirtschaften, dass dabei die drei Grundfunktionen des Waldes zum Wohle der Schaumburger Bürgerinnen und Bürger gleichrangig berücksichtigt werden.

Die Nutzung des Waldes und sein umfassender Schutz müssen dabei trotz vorhandener Zielkonflikte keine unüberbrückbaren Gegensätze bilden. Über die gemeinsame Betrachtung sämtlicher Funktionen kann ein insgesamt optimierter Ansatz entwickelt werden, der Ökologie und Ökonomie gleichermaßen berücksichtigt.

Der vom Kreisforstamt bewirtschaftete Wald ist dabei sowohl natürlicher Lebensraum vielfältiger Tier- und Pflanzenarten als auch die Basis der Holzwirtschaft. Zugleich steht der Wald als Erholungsraum an allen Tagen des Jahres für Waldbesucher offen, ermöglicht ein unmittelbares Naturerlebnis für Jung und Alt. In ihm findet in Anlehnung an die forstlichen Wege und Infrastruktur ein breitgefächertes Freizeitangebot - von Wanderwegen, Nordic-Walking und Laufstrecken bis hin zu Kneippbädern - statt. Für die touristische Entwicklung in der Region sind die Wälder daher von maßgeblicher Bedeutung.

Gegenwärtig bestehen die Waldbestände zu rd. 60 % aus Laubbäumen und zu 40 % aus Nadelhölzern. Den größten Anteil nehmen dabei die Baumarten Eiche, Buche und Fichte ein.

Auf dem Weg zum Dauerwald

In den Anfangsjahren wurde die Waldbewirtschaftung weiter gemäß der damals vorherrschenden Zielsetzungen des sogenannten altersklassenweisen Hochwaldes ausgerichtet. Im Kern wird dabei der Wald nach dem Modell der landwirtschaftlichen Nutzung möglichst gleichartige Bestände unterteilt, die über Kahlschläge und anschließende Wiederaufforstungen aus heutiger Sicht sehr schematisch bewirtschaftet wurden.

Nicht zuletzt unter dem Eindruck massiver Waldschäden der 1980er Jahre (Stichwort "Waldsterben") erfolgte 1991 mit der sogenannten Forsteinrichtung (eine verbindlich vorgeschriebene forstliche Zehn-Jahres-Planung), eine umfassende Neuausrichtung gemäß der Zielsetzungen der Naturgemäßen Waldwirtschaft (Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft).

Das Leitbild dieser besonders ökologischen Art der Waldbewirtschaftung ist der Dauerwald. In ihm ist die nachhaltige Holznutzung immer am Einzelbaum ausgerichtet und verzichtet daher völlig auf Kahlschläge. Die Baumartenwahl orientiert sich in erster Linie an den standörtlichen Verhältnissen, den Bodenverhältnissen, der Wasserversorgung sowie den klimatischen Bedingungen. Die Waldverjüngung erfolgt - wo immer möglich - über die natürliche Verjüngung bereits im Bestand vorhandener Mutterbäume. Auf den flächigen Einsatz von chemischen Stoffen, wie Pestiziden oder auch Düngemittel, wird vollständig verzichtet.

Die in Eigenregie betriebene Jagd dient dem Ziel, Wald und Wild in einer ausgewogenen Balance zu halten und versteht sich daher als integraler Bestandteil der ökologischen Waldwirtschaft. In den verschiedenen Bereichen des Kreisforstamtes haben neben dem flächendeckend vorkommenden Reh- und Schwarzwild auch Rot- und Damwild (Schaumburger Wald) sowie als Besonderheit mit den Mufflons des Bückeberges - die einzige europäische Wildschafart - ein Zuhause. Jagdmöglichkeiten für private Jägerinnen und Jäger sind im Kreisforstamt in vielfältiger Weise gegeben.

Nachhaltigkeit mit Gütesiegel

Nachhaltigkeit ist für das Kreisforstamt mehr als nur ein sehr in die Mode gekommener Begriff – Nachhaltigkeit ist das Fundament unserer gesamten forstlichen Bewirtschaftung.

Die Einhaltung der Nachhaltigkeit - insbesondere in der Holznutzung - ist über den 10-jährigen Forsteinrichtungsplan sicherzustellen. Durch die zuständige Oberfinanzdirektion wird diese forstfachliche Planung einer Überprüfung unterzogen und abschließend der nachhaltige Nutzungssatz für ein Jahrzehnt festgestellt. Im Kreisforstamt ist über die Jahrzehnte stets mehr Holz nachgewachsen als genutzt wurde, so dass unsere Wälder heute einen erheblich höheren Holzvorrat aufweisen, als dies bei der Gründung 1979 der Fall war.

Das Kreisforstamt erfüllt mit seiner Bewirtschaftung sämtliche Anforderungen an eine nachhaltige und multifunktionale Bewirtschaftung, die neben den ökologischen auch die ökonomischen und sozialen Kriterien berücksichtigt. Ausgewiesen wird dies u.a. durch das Qualitätssiegel des PEFC. Diesem unabhängigen Zertifizierungsorgan gehört das Kreisforstamt durch politischen Beschluss seit 2001 an und hat sich dadurch zur Einhaltung der weit gefächerten Qualitätsstandards verpflichtet. Bereits mehrfach wurde die gute fachliche Qualität der Waldbewirtschaftung überprüft und zuletzt im Rahmen des Audits 2015 festgestellt.

Aufgrund der konsequenten Umsetzung der Ziele einer naturgemäßen Waldbewirtschaftung gemäß der Organisation "Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft" (ANW) wurde das Kreisforstamt in den Kreis der europaweiten Beispielwälder gemäß Pro Silva aufgenommen.

Aus der Geschichte des Kreisforstamtes

Die Ursprünge des heutigen kommunalen Waldbesitzes des Landkreises sind aufs Engste mit der Geschichte des Fürstenhauses zu Schaumburg-Lippe mit Sitz in Bückeburg verbunden. Nach Ende des Ersten Weltkrieges endete auch die Regentschaft des Fürsten Adolf zu Schaumburg-Lippe und es erfolgte eine Trennung zwischen dem staatlichen und privaten Eigentum des Herrscherhauses.

Mit dem sogenannten Domanialteilungsvertrag von 1922 wurden neben anderen Liegenschaften und Immobilien auch umfangreiche Waldflächen auf den damaligen Freistaat Schaumburg-Lippe übertragen. Schon damals war vertraglich festgelegt, dass dieses staatliche ("domaniale") Vermögen „von den staatlichen Behörden zu verwalten ist und nur zum Besten des Freistaates Schaumburg-Lippe und zur Wohlfahrt seiner Bewohner verwendet werden darf.“

Mit der Gründung des Landes Niedersachsens verlor Schaumburg-Lippe endgültig seine staatliche Eigenständigkeit und so erschien es zunächst folgerichtig, die Bewirtschaftung seines staatlichen Waldbesitzes auf die Landesforstverwaltung Niedersachsen zu übertragen.

1955 wurde der damalige Landkreis Schaumburg-Lippe dann aber doch erstmalig als Waldeigentümer des ehemaligen Domanialvermögens eingesetzt, als er die Verfügungsgewalt über die rund 1.400 ha Wald inmitten des Bückeberges – das ehemalig fürstliche Jagdgatter „Brandshof“ - erhielt. Allerdings wurde auch dieser Forstort gegen Zahlung einer Pacht weiter von den Landesforsten Niedersachsen über das Staatliche Forstamt Obernkirchen bewirtschaftet.

Im Zuge der letzten großen Gebietskörperreform entstand 1977 der Landkreis Schaumburg in seiner heutigen Form durch die Vereinigung der Kreise Grafschaft Schaumburg und Schaumburg-Lippe. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, das gesamte ehemalige Domanialvermögen wieder in eigener Regie zu bewirtschaften. Zum 01. Oktober 1979 wurde unter dem Dach des neu gegründeten Kreisforstamtes Spießingshol die Waldbewirtschaftung wieder in eigene, kommunale Hände genommen.